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	<title>Randnotizen &#187; Randnotizen 2007</title>
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	<description>Das virtuelle Tagebuch - steirischer herbst 2010</description>
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		<title>Thomas Kapielski : Donnerwetter</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Oct 2007 09:22:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Kapielski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Randnotizen 2007]]></category>

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		<description><![CDATA[
Beim Rumwühlen fand ich einen alten Text, den ich 1987 für eine Edition geschrieben habe, die bei Hundertmark, Galerie in Köln herauskam:
Frische Hemden. 
Gegenstände heißen nicht Gegenstände, weil sie in der Gegend herumstehen. Vielmehr stellen sie sich gegen uns Menschen, weil wir sie so traktieren. Deshalb stellen sie sich tot, genauso, wie wir uns mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href='http://randnotizen.steirischerherbst.at/wp-content/uploads/2007/10/schrankespinde-kopie.jpg' title='schrankespinde-kopie.jpg' rel="lightbox[433]" class="lBoxx"><img src='http://randnotizen.steirischerherbst.at/wp-content/uploads/2007/10/schrankespinde-kopie.jpg' alt='schrankespinde-kopie.jpg' /></a></p>
<p>Beim Rumwühlen fand ich einen alten Text, den ich 1987 für eine Edition geschrieben habe, die bei Hundertmark, Galerie in Köln herauskam:</p>
<p>Frische Hemden. </p>
<p>Gegenstände heißen nicht Gegenstände, weil sie in der Gegend herumstehen. Vielmehr stellen sie sich gegen uns Menschen, weil wir sie so traktieren. Deshalb stellen sie sich tot, genauso, wie wir uns mit Absicht lebendig stellen.<br />
Das Wort ‚Schnur’ macht wegen der Aussagekraft des darin enthaltenen Wortes ‚nur’ jeden mit ihr verbundenen Gegenstand schlicht.<br />
Bei Aktentaschen ist Sprache nütz, wenn man nicht hineinsehen kann.<br />
Bei Abstraktentaschen ist Sprache nütz, wenn man nicht versteht, was sie bedeuten sollen. Bei Kakteentaschen ist es wieder anders.<br />
Das ‚Galerie-Kohlschmidt-Prinzip’ nutzt die Zwischenräume, welche und neben berühmten Künstlern und berühmten Kunstwerken bleiben, vermittelst Interpolation: wenn wir z. B. den ‚Denker’ von Rodin mit Dieter Rot addieren und die Summe durch 2 teilen, erhalten wir das Neuwerk ‚Der Scheißer’ von Rotin.<br />
Auf die gleiche Weise gelangen wir zur Korrektur einer merkwürdigen Behauptung der Künstler Duchamps und Magritte, wenn wir sie zu ‚Duchitte’ hochgerechnet haben: „Ce n’est pas une fontaine: ?!“<br />
Es wäre nicht schlecht, wenn auch die Dinge in Anführungsstrichen darstellbar wären. Manchmal jedenfalls.</p>
<p>Der Kahlauer muß, wenn er noch zulässig sein will, so beschaffen sein, daß sich einem zumindest die Schamhaare sträuben.<br />
Auf die Frage meiner Mutter, wo der Junge das bloß herhabe, zeigte ich bloß auf ihre zur Stummeldose getrimmte NIVEA. Da sitzt der Defekt!<br />
Alter polnischer Humor: Tauben nach Berlin tragen.</p>
<p>Wie machen wir eine beeindruckende Ausstellung? Wir hängen einen Schrank, weil seine Form auf Inhalt schließen läßt. Der in den Nacken zurückgelegte Kopf steigert das Beeindruckungsvermögen. Schnell vorweck-nehmen, wie man die Dinge aufzufassen habe.<br />
Das Denkmal eines großen Künstlers wird ihn besser abwesend zeigen. Larve seiner Moden, dem Irdischen enthoben, stellen wir uns ihn in die Ferne gerückt, nur oberbekleidet und frierend vor.<br />
Nochmal zur Aktentasche: Nicht die Aktentasche hat existiert, bevor sie erfunden wurde, sondern der Tatbestand, dem sie Ausdruck verleiht!<br />
Als Hoffnung bleibt die nächste Ziehung der Zottolahlen.</p>
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		<title>Lola Arias : 6. – 14. Oktober, Graz.</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Oct 2007 01:15:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lola Arias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Randnotizen 2007]]></category>

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		<description><![CDATA[Als die postnukleare Truppe in Graz ankam, war es als ob ein tragbares Mini-Buenos-Aires &#8211; zusammengesetzt aus 19 Personen, darunter Babies, Kinder, Rocker und andere &#8211; auf österreichischem Boden gelandet wäre. Alle miteinander waren eine Armee in Zeitlupe. Sie hatten 24 Stunden Flug hinter sich und betrachteten die Stadt mit Astronautengesichtern. Ich sah sie die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">Als die postnukleare Truppe in Graz ankam, war es als ob ein tragbares Mini-Buenos-Aires &#8211; zusammengesetzt aus 19 Personen, darunter Babies, Kinder, Rocker und andere &#8211; auf österreichischem Boden gelandet wäre. Alle miteinander waren eine Armee in Zeitlupe. Sie hatten 24 Stunden Flug hinter sich und betrachteten die Stadt mit Astronautengesichtern. Ich sah sie die Straße überqueren (ich war schon zwei Tage vorher angekommen) mit einem Gefühl von Glückseligkeit und Angst in dem Bewusstsein, dass ich für eine so verrückte und fragile Gruppe verantwortlich war.</p>
<p align="justify">Die ersten drei Tage der Inszenierung waren wie ein Elektroshock für meinen Kopf. Ich hatte ein Zimmer neben dem des Babies, aber das Baby bekam Fieber, weshalb es die ersten drei Nächte lang weinte. Ich hörte das Babyweinen in meinem Bett, während ich mir schreckliche Dinge ausmalte (das Baby wird sterben) und mein Herz gegen die Brust hämmerte wie ein Pferd. Während der ersten Nacht mit Herzjagen probierte ich alle möglichen Einschlafmethoden aus: mir vorstellen zu schwimmen, mir die Ohren zustopfen, die Matratze über den Gang des Hotels schleifen, um in einem anderen Zimmer zu schlafen, die komplette Sammlung der Faulkner&#8217;schen Erzählungen lesen, aber nichts half. Also entschied ich mich für die radikalste Option und klopfte um vier Uhr morgens an die Tür von Ulises ( Musiker haben immer Drogen dabei), um ihn um Schlaftabletten zu bitten.</p>
<p align="justify">Auf diese Nächte reinsten nächtlichen Terrors<font color="#ff0000"> </font>folgten Tage harter Arbeit. Es war das erste Mal, dass ich mit der Truppe auf Reisen war, wir hatten keine Erfahrung und mussten das Stück für einen neuen Raum in sehr kurzer Zeit umformulieren. Den Schauspielern mussten schnurlose Mikrofone verpasst werden, die Untertitelung musste korrigiert, die Position der Zuschauer verändert werden. Es gab Momente, in denen ich dachte, der Berg vom Dom würde uns verschlingen.</p>
<p align="justify">Am Donnerstag bei der Premiere war ich noch etwas taumelig von den Schlaftabletten, aber sehr glücklich und im Laufe der folgenden Aufführungen wurden wir immer gelöster. Bei der ersten Aufführung hatte auch das Baby Angst und versteckte sich zwischen den Beinen seiner Mutter, aber in der letzten lief es von einem Ende der Bühne zum anderen, den Motorradhelm tragend wie eine Heldin der Zukunft.</p>
<p align="justify">Am Sonntag als ich mich von der Truppe verabschiedete, blieb ich gelähmt wie ein melancholischer Roboter zurück: nach sechs Monaten, trennte sich meine tragbare Welt von mir und kehrte zurück in die andere Hemissphäre, mein Tagebuch wurde wieder zu einem Geheimnis auf dem Nachttischchen, das nur für meine Augen bestimmt war.</p>
<p align="justify">&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Lola Arias : Buenos Aires 4., 5. und 6. Oktober</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Oct 2007 04:51:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lola Arias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Randnotizen 2007]]></category>

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		<description><![CDATA[4. Oktober
Ich sitze mit meinem Köfferchen in einem Sessel und warte auf das Taxi, das mich zum Flughafen bringen soll um nach Europa zu fliegen. Das Telefon klingelt und ein Mann sagt mir, dass mein Flug auf morgen verlegt wurde, weil der Flughafen Ezeiza bestreikt wird. Aus einem Paket, das aus den USA kam, sind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><font face="Arial">4. Oktober<br />
Ich sitze mit meinem Köfferchen in einem Sessel und warte auf das Taxi, das mich zum Flughafen bringen soll um nach Europa zu fliegen. Das Telefon klingelt und ein Mann sagt mir, dass mein Flug auf morgen verlegt wurde, weil der Flughafen Ezeiza bestreikt wird. Aus einem Paket, das aus den USA kam, sind tausende von Dollars verschwunden, einige Flughafenangestellte wurden festgenommen und die restlichen Angestellten haben einen Streik organisiert.<br />
Mein Land produziert wieder mal Postkarten mit Mafia- und Science-Fiction-Szenen. Ich schließe die Augen und denke der Streik wird nicht enden und ich werde für immer in dieser Hemissphäre gefangen bleiben.</p>
<p>5. Oktober.<br />
Ich stehe um sieben Uhr morgens auf und es regnet wie beim Weltuntergang. Der Himmel ist grau und die Tropfen sind Messer gegen den Asphalt.  Ich versuche ein Taxi zu bekommen, um zum Flughafen zu fahren, aber niemand antwortet. Nachdem ich eine Stunde lang vergeblich versucht habe, jemanden zu erreichen, rufe ich meine Mutter an. Meine Mutter gibt mir das Telefon eines Herrn, der einen für 75 Peso in einem weißen Auto hinfährt.  Der Herr mit dem weißen Auto ähnelt einem Formel-Eins-Fahrer. Als wir in Ezeiza ankommen, ist mein Herz eine Zeitbombe. Das Flugzeug fliegt in 45 Minuten ab, und in den langen Schlangen bei der Passkontrolle zanken sich beleibte Herren und schmuckbehängte Damen, Polizisten und Ausländer, aufmüpfige Kinder<font color="#ff0000" face="Arial"> </font><font face="Arial">und zornige Mütter. Während ich Schlange stehe, denke ich, ich werde dem Flugzeug noch auf der Piste hinterherrennen müssen.  <br />
Schließlich verspätet sich der Abflug und ich schaffe es noch, vom Boden abzuheben.</p>
<p>6. Oktober.<br />
Ich sitze im Flugzeug und meine Nachbarin schläft wie ein betäubter Hirsch. Eine junge Frau, blond, mit deutschem Einschlag, die mit offenem Mund und baumelndem Kopf träumt.<br />
Als sie die Augen aufmacht, erzählt sie mir in einem Spanisch mit bolivianischem Akzent, dass sie Deutsche ist, in La Paz gelebt hat und Sofia heißt. Sofia studiert Politikwissenschaft und ihr Beruf ist Ausländer zu heiraten, um ihnen die europäische Staatsbürgerschaft zu verschaffen.  Mit zwanzig verliebte sie sich in einen jungen Mann aus Kamerun, der Asylbewerber war. Drei Jahre lang betrieb sie den notwendigen Papierkrieg um ihn heiraten zu können, und als sie schließlich heirateten und er zum Europäer wurde, verließ sie ihn. Jetzt war sie in einen Bolivianer verliebt, mit dem sie auch vorhatte zu heiraten, um ihn zum Europäer zu machen, aber noch musste sie ein bisschen warten, damit ihrer alten Liebe nicht die neue Staatsbürgerschaft aberkannt wurde.<br />
Kann man denn ein Heer von Männern und Frauen aufstellen, die Ausländer heiraten um sie vor der Armut oder der politischen Verfolgung zu retten?</font></p>
<p></font></p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Sasa Stanisic : What do you think? (4)</title>
		<link>http://randnotizen.steirischerherbst.at/2007/10/15/what-do-you-think-4/</link>
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		<pubDate>Mon, 15 Oct 2007 20:38:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sasa Stanisic</dc:creator>
				<category><![CDATA[Randnotizen 2007]]></category>

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		<description><![CDATA[ich: ja, hi, jetzt ist der herbst auch noch fertig.
ein junger mann mit kopfhörern (nimmt die kopfhörer ab): entschuldige?
ich: ich sagte, der herbst ist ja jetzt zu allem übel auch noch zu ende. 
ein junger mann ohne kopfhörer: yea, es ist verfickt kalt.
ich: das auch, ja, aber der herbst!
ein junger mann ohne kopfhörer: ist das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>ich</strong>: ja, hi, jetzt ist der herbst auch noch fertig.</p>
<p><strong>ein junger mann mit kopfhörern</strong> <em>(nimmt die kopfhörer ab)</em>: entschuldige?</p>
<p><strong>ich</strong>: ich sagte, der herbst ist ja jetzt zu allem übel auch noch zu ende. </p>
<p><strong>ein junger mann ohne kopfhörer</strong>: yea, es ist verfickt kalt.</p>
<p><strong>ich</strong>: das auch, ja, aber der herbst!</p>
<p><strong>ein junger mann ohne kopfhörer</strong>: ist das irgendson witz? willst du mich verarschen? was soll das mikro?</p>
<p><strong>ich</strong>: du hast den herbst verpasst? mein gott!</p>
<p><strong>ein junger mann ohne kopfhörer</strong>: was ist dein problem?</p>
<p><strong>ich</strong>: schau, hier ist das programm. wir machen ein spiel. ich zeig dir ein paar attraktive veranstaltungen. achte nicht auf die zahlen, die sind bloß da, um dich zu verwirren. und du sagst mir, zu welcher du am liebsten gegangen wärest, wenn du zum beispiel nicht in minneapolis, sondern in graz gewesen wärest.</p>
<p><strong>ein junger mann ohne kopfhörer</strong>: ich glaub, ich hab keine zeit für so was. </p>
<p><strong>ich</strong>: doch doch. also: hier, das klingt interessant: moskau-graz, zuneigung und entfremdung. das ist doch unser thema. minneapolis-graz, verbunden mit schock, wenn man nach zum beispiel dreißig jahren scheißarchitektur plötzlich vor so was wie dem grazer kunsthaus steht.</p>
<p><strong>ein junger mann ohne kopfhörer</strong>: ist graz in der schweiz?</p>
<p><strong>ich</strong>: ja, aber das ist nicht der punkt. schau mal hier: liebe in zeiten der telenovelas. bist du verliebt, und wenn nicht, interessieren dich telenovelas, und wenn nicht, warum nicht?</p>
<p><strong>ein junger mann ohne kopfhörer</strong>: ich war mal snowboarden in der schweiz. </p>
<p><strong>ich</strong>: im herbst?</p>
<p><strong>ein junger mann ohne kopfhörer</strong> <em>(setzt die kopfhörer auf)</em>:nee, im winter.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Sasa Stanisic : What do you think? (3)</title>
		<link>http://randnotizen.steirischerherbst.at/2007/10/10/what-do-you-think-3/</link>
		<comments>http://randnotizen.steirischerherbst.at/2007/10/10/what-do-you-think-3/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 10 Oct 2007 17:54:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sasa Stanisic</dc:creator>
				<category><![CDATA[Randnotizen 2007]]></category>

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		<description><![CDATA[ich: good morning.
ein älterer gast des new york deli, er isst salat mit pute und trinkt evian: hi there.
ich: ist das pute?
ein älterer gast des new york deli, er isst salat mit pute und trinkt evian: nein, hühnchen.
ich: die salate hier sind schon ganz lecker.
ein älterer gast des new york deli, er isst salat mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>ich</strong>: good morning.</p>
<p><strong>ein älterer gast des new york deli, er isst salat mit pute und trinkt evian</strong>: hi there.</p>
<p><strong>ich</strong>: ist das pute?</p>
<p><strong>ein älterer gast des new york deli, er isst salat mit pute und trinkt evian</strong>: nein, hühnchen.</p>
<p><strong>ich</strong>: die salate hier sind schon ganz lecker.</p>
<p><strong>ein älterer gast des new york deli, er isst salat mit hühnchen und trinkt evian</strong>: sie sagen es. ist das ding an?</p>
<p><strong>ich</strong>: schon. ich wollte sie eigentlich schnell zwei sachen fragen, wenn das für sie okay ist, ein kleines interview für eine österreichische internetseite, genannt &#8220;scratched memorandum&#8221;.</p>
<p><strong>ein älterer gast des new york deli, er isst salat mit hühnchen und trinkt evian</strong>: oh, österreich! ich war schon mal in österreich! setzen sie sich, setzen sie sich! mit meiner frau war ich in österreich, ein paar jahre ist das her, wir hatten eine gute zeit dort, servus! <em>(lacht)</em></p>
<p><strong>ich</strong>: ja, mensch, erstaunlich!</p>
<p><strong>ein älterer gast des new york deli, er isst salat mit hühnchen und trinkt evian</strong>: lassen sie mich kurz überlegen &#8230;</p>
<p><strong>ich</strong>: kein problem, mach ich.</p>
<p><strong>ein älterer gast des new york deli, er isst salat mit hühnchen und trinkt evian</strong>: &#8230; graz! so hieß die stadt! schon am flughafen haben wir festgestellt, das wasser hat in österreich eine viel bessere trinkqualität als bei uns in den vereinigten staaten.</p>
<p><strong>ich</strong>: das wasser ist insgesamt enorm großartig, das unterschätzen viele leute überall auf der welt.</p>
<p><strong>ein älterer gast des new york deli, er isst salat mit hühnchen und trinkt evian</strong>: wir waren in einem sehr schönen hotel untergebracht, kennen sie vielleicht, oldweenerhouf? oder war das in vienna? ich habe jedenfalls so viel wasser getrunken, dass mich das hotelpersonal damit aufgezogen hat! ach, das grazer wasser! </p>
<p><strong>ich</strong>: das ist richtig, ich habe auch gehört, das wasser in graz sei unerreicht.</p>
<p><strong>ein älterer gast des new york deli, er isst salat mit hühnchen und trinkt evian</strong>: sogar zum duschen! unter uns: meine haut hat sich nie davor und nie danach so gut angefühlt wie damals in graz. also, ich sage ihnen eins: wenn bush etwas klüger gewesen wäre, hätte er aufs öl geschissen und österreich besetzt. </p>
<p><strong>ich</strong>: das ist natürlich reine spekulation. </p>
<p><strong>ein älterer gast des new york deli, er isst salat mit hühnchen und trinkt evian</strong>: ich war sehr verliebt damals, wissen sie? meine frau, jennifer, und ich, wir haben in den weinbergen verrücktes angestellt. sie haben guten wein in graz, das kommt von dem guten wasser, und jennifer und ich haben in den weinbergen wein getrunken, das ist, als ob man hühnchen in einem hühnerkäfig isst. unsere liebe war gut und groß damals in graz und der umgebung.</p>
<p><strong>ich</strong>: und jetzt? liebe ist alltag, 24 stunden am tag, sieben tage die woche?</p>
<p><strong>ein älterer gast des new york deli, er isst salat mit hühnchen und trinkt evian</strong>: das ist wie architektur, ja.</p>
<p><strong>ich</strong>: was halten sie von der art wie sich grazer fassaden angucken?</p>
<p><strong>ein älterer gast des new york deli, er isst salat mit hühnchen und trinkt evian</strong>: wenn man nachts betrunken durch graz irrt, hat man hat das gefühl, man stört sie beim kuss, der gleich kommen muss.</p>
<p><strong>ich</strong>: ich danke ihnen für das gespräch. servus.</p>
<p><strong>ein älterer gast des new york deli, er isst salat mit hühnchen und trinkt evian</strong>: servus, my friend.</p>
<p><strong>ich</strong>: servus.</p>
<p><strong>ein älterer gast des new york deli, er isst salat mit hühnchen und trinkt evian</strong>: grüßen sie mir die moore und den regen, wenn sie mal wieder in graz sind.</p>
<p><strong>ich</strong>: kann ich nicht machen, ich spreche ihre sprache nicht.</p>
<p><strong>ein älterer gast des new york deli, er isst salat mit hühnchen und trinkt evian</strong>: sie witzeln, ja?</p>
<p><strong>ich</strong>: es ist äußerst schwer, das wasser verstehen zu lernen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Lola Arias : Portable World</title>
		<link>http://randnotizen.steirischerherbst.at/2007/10/09/tragbare-welt/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Oct 2007 03:48:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lola Arias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Randnotizen 2007]]></category>

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		<description><![CDATA[
Buenos Aires. Sonntag, 30. September.
&#160;
¨vorübergehend, flüchtig, vergänglich¨ sagt ein alter Mann zu seiner Frau, die ihn mit Astronautenaugen anschaut. Das alte Ehepaar sitzt am Zwillingstisch nebenan, und die beiden versuchen ein Kreuzworträtsel zu lösen während sie in der Sonne Kaffee trinken. Eine ganze Weile wiederholen sie die Definitionen laut, dann schauen sie ins Leere und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><font face="Arial"></p>
<p align="justify">Buenos Aires. Sonntag, 30. September.</p>
<p align="justify">&nbsp;</p>
<p align="justify">¨vorübergehend, flüchtig, vergänglich¨ sagt ein alter Mann zu seiner Frau, die ihn mit Astronautenaugen anschaut. Das alte Ehepaar sitzt am Zwillingstisch nebenan, und die beiden versuchen ein Kreuzworträtsel zu lösen während sie in der Sonne Kaffee trinken. Eine ganze Weile wiederholen sie die Definitionen laut, dann schauen sie ins Leere und zählen die Buchstaben. Nichts. Es fällt ihnen nichts ein. Also gehen sie zu einem anderen Wort über.</p>
<p align="justify">Auch ich schreibe Wörter in mein Heft und frühstücke in der Sonne unter alten Leuten, die Kreuzworträtsel lösen, Müttern mit ihren Babies mit Hut, verschwitzten Sportlern, blonden Frauen mit dunklen Brillen und Zwerghunden, Männern mit Schlafwandleraugen. Und ich denke, dass Sonntag morgens alle nackt sind und man ganz klar sehen kann, wer allein schläft, wer verliebt ist, wer im Spielkasino verloren hat, wer nicht schlafen kann.</p>
<p align="justify">Und ich betrachte mich von außen, an meinem Tisch sitzend mit meinem Heft und den hinten zusammengebundenen Haaren und merke, dass ich zur Gruppe derer gehöre, die am Sonntag allein aufstehen. Und ich denke, wenn ich meinen Freund, ein Baby oder einen Hund dabei hätte, wäre es auch nicht anders, denn am Ende ist man beim Schreiben immer allein. Und dann frage ich mich, ob ich wohl schreibe, um etwas mit meiner Einsamkeit anzufangen oder ob ich viel allein bin, weil ich gerne schreibe.</p>
<p>Und während die Sonne durch mein Haar dringt und von meinen Knien nach oben steigt, denke ich, dass dieser Moment ¨vorübergehend, flüchtig, vergänglich¨ ist, denn in ein paar Tagen muss ich meine Reise nach Österreich antreten mit einem seltsamen Heer, das sich zusammensetzt aus einem Baby, einem zwölfjährigen Mädchen, Schauspielern, Musikern und Technikern, und dass ich das Regiment führe und Angst habe. Ob man die Trilogie in der anderen Hemissphäre wohl fassungslos mit aufgerissenen Augen</font><font color="#ff0000" face="Arial"> </font><font face="Arial">sehen wird? Kann ich wirklich alle mitnehmen und sie für Europa übersetzen, als ob sie meine tragbare Welt wären?</font><font face="Arial"></p>
<p align="justify">&nbsp;</p>
<p></font></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Sasa Stanisic : What do you think? (2)</title>
		<link>http://randnotizen.steirischerherbst.at/2007/10/08/what-do-you-think-2/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Oct 2007 21:05:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sasa Stanisic</dc:creator>
				<category><![CDATA[Randnotizen 2007]]></category>

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		<description><![CDATA[ich: hi.
eine junge frau, rotes t-shirt mit schwarzem &#8220;i&#8217;m sorry!&#8221;-schriftzug: hi.
ich: was tut dir leid?
eine junge frau, rotes t-shirt mit schwarzem &#8220;i&#8217;m sorry!&#8221;-schriftzug: kenne ich dich? 
ich: es tut mir leid. ich bin sa&#353;a. was tut dir leid?
eine junge frau, rotes t-shirt mit schwarzem &#8220;i&#8217;m sorry!&#8221;-schriftzug: okay, sasha, ich glaube nicht, dass ich mit dir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>ich</strong>: hi.</p>
<p><strong>eine junge frau, rotes t-shirt mit schwarzem &#8220;i&#8217;m sorry!&#8221;-schriftzug</strong>: hi.</p>
<p><strong>ich</strong>: was tut dir leid?</p>
<p><strong>eine junge frau, rotes t-shirt mit schwarzem &#8220;i&#8217;m sorry!&#8221;-schriftzug</strong>: kenne ich dich? </p>
<p><strong>ich</strong>: es tut mir leid. ich bin sa&#353;a. was tut dir leid?</p>
<p><strong>eine junge frau, rotes t-shirt mit schwarzem &#8220;i&#8217;m sorry!&#8221;-schriftzug</strong>: okay, sasha, ich glaube nicht, dass ich mit dir darüber sprechen möchte, plus, ich glaube, dass ich gar nicht darüber sprechen möchte, augenscheinlich, denn sonst hätte ich es nicht auf das shirt drucken lassen, plus, ich glaube ganz unbedingt, dass ich nicht in ein mikro darüber sprechen möchte, ist das klar?</p>
<p><strong>ich</strong>: gut. ja, gut, das ist wirklich alles nachzuvollziehen, das ist -</p>
<p><strong>eine junge frau, rotes t-shirt mit schwarzem &#8220;i&#8217;m sorry!&#8221;-schriftzug</strong>: so, kann ich jetzt weiterlaufen?</p>
<p><strong>ich</strong>: es ist eh gleich wieder rot, also vielleicht hast du zeit, ich hätte zwei-drei fragen, ich bin journalist, ich bin sehr berühmt und kriege preise.</p>
<p><strong>eine junge frau, rotes t-shirt mit schwarzem &#8220;i&#8217;m sorry!&#8221;-schriftzug</strong>: aha, okay, gut für dich.</p>
<p><strong>ich</strong>: ich weiß, es ist sehr nett.</p>
<p><strong>eine junge frau, rotes t-shirt mit schwarzem &#8220;i&#8217;m sorry!&#8221;-schriftzug</strong>: du machst keine witze, richtig?</p>
<p><strong>ich</strong>: doch, ach komm, natürlich. ich wollte dich bloß aufmuntern. du scheinst traurig. ganz als hättest du, ich weiß auch nicht, wie ich das sagen soll, als hättest du&#8230;</p>
<p><strong>eine junge frau, rotes t-shirt mit schwarzem &#8220;i&#8217;m sorry!&#8221;-schriftzug</strong>: &#8230; einen grund, ein shirt zu tragen, auf dem &#8220;i&#8217;m sorry&#8221; steht?</p>
<p><strong>ich</strong>: augenscheinlich.</p>
<p><strong>eine junge frau, rotes t-shirt mit schwarzem &#8220;i&#8217;m sorry!&#8221;-schriftzug</strong>: well, sasha, lass mich dir etwas erzählen: ich hatte eine wirklich, wirklich beschissene woche. und heute, heute ist das mit dieser woche auch nicht viel besser. es beginnt gleich zu regnen, und der gleiche regen wird den kopf meines ex-freundes treffen und das macht mich irrsinnig traurig. ich unterhalte mich auf einer kreuzung und während mein puls rast, mit einem fremden, der mir keinen einzigen grund gibt, ihn nicht für völlig durchgeknallt zu halten, und wenn mich nicht alles täuscht, nimmt er das alles auch noch auf &#8211; meine traurigkeit, meinen frust, meine ungeduld. außerdem hat er einen ausländischen akzent, und das, ich will jetzt ganz ehrlich sein, macht mich ganz nervös. wie klingt das?</p>
<p><strong>ich</strong>: weiß nicht, anhören werde ich es mir erst zuhause.</p>
<p><strong>eine junge frau, rotes t-shirt mit schwarzem &#8220;i&#8217;m sorry!&#8221;-schriftzug</strong>: du raffst es wirklich nicht?</p>
<p><strong>ich</strong>: schon, aber jetzt mal im ernst: was hältst du von dem beitrag &#8222;sos &#8211; state of sabotage&#8221;. inwiefern kann eine solche manifestation tatsächlich bestehende Systeme durch die aufhebung staatlich geregelter bodengüter und grenzziehungen unterwandern?</p>
<p><strong>eine junge frau, rotes t-shirt mit schwarzem &#8220;i&#8217;m sorry!&#8221;-schriftzug</strong>: es ist grün. du machst mir angst.</p>
<p><strong>ich</strong>: es tut mir leid.</p>
<p><strong>eine junge frau, rotes t-shirt mit schwarzem &#8220;i&#8217;m sorry!&#8221;-schriftzug</strong>: bye.</p>
<p><strong>ich</strong>: es war nicht so gemeint.</p>
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		<title>Thomas Kapielski : Mohrenwirt natürlich!</title>
		<link>http://randnotizen.steirischerherbst.at/2007/10/04/mohrenwirt-naturlich/</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Oct 2007 08:48:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Kapielski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Randnotizen 2007]]></category>

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		<description><![CDATA[Was oben, nee, unten &#8230; – ich will und werde nie verstehen, warum in diesen Blogs das Neuste immer oben steht, es m&#252;&#223;te doch UNTEN dran! Nun d&#252;nkt mich der ganze Computer- und Weltnetzzirkus sowieso recht analphabetisch gekn&#252;pft. Die mir bekannten und ganz besonders heftig an der Digitalraserei leidenden, sind durchweg keine Leser, Schulabbrecher, Studienabbrecher, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was oben, nee, unten &#8230; – ich will und werde nie verstehen, warum in diesen Blogs das Neuste immer oben steht, es m&#252;&#223;te doch UNTEN dran! Nun d&#252;nkt mich der ganze Computer- und Weltnetzzirkus sowieso recht analphabetisch gekn&#252;pft. Die mir bekannten und ganz besonders heftig an der Digitalraserei leidenden, sind durchweg keine Leser, Schulabbrecher, Studienabbrecher, schlecht gen&#228;hrt und auffallend bla&#223;. (Letztes soll durch den dauernden bildschirmschen Photonenbeschu&#223; verursacht werden.) Aber jut sind se!<br />
Also unten und letztens hatte ich versprochen, meine Hirn mit Ei-Lokalit&#228;t zu verraten. Da heute Ruhetag ist, kann ich es ruhigen Gewissens tun: Mohrenwirt, Mariahilferstra&#223;e.</p>
<p><a href="http://randnotizen.steirischerherbst.at/2007/10/04/mohrenwirt-naturlich/mohrenwirtjpg/" rel="attachment wp-att-422"><img src='http://randnotizen.steirischerherbst.at/wp-content/uploads/2007/10/mohrenwirt.jpg' alt='mohrenwirt.jpg' /></a></p>
<p>Auf dem Foto links die seelenruhige, charmante Wirtin, daneben die liebensw&#252;rdige, einsatzfreudige Bedienung; der Chef fuhrwerkt unterdessen in der K&#252;che herum und daf&#252;r seien ihm besonderer Segen und Dank ausgesprochen!</p>
<p><a href="http://randnotizen.steirischerherbst.at/2007/10/04/mohrenwirt-naturlich/skulptur-kopiejpg/" rel="attachment wp-att-421"><img src='http://randnotizen.steirischerherbst.at/wp-content/uploads/2007/10/skulptur-kopie.JPG' alt='skulptur-kopie.JPG' /></a></p>
<p>Gestern jagte ich durch die Grazer Museen. Und heute stehe ich vor dieser naturw&#252;chsigen, unpr&#228;tenti&#246;sen, reinen Anmut. Hier heischt keiner nach Ruhm und Geld, hier trompetet keiner: Findet mich toll! Bin steilste Moderne! Bin wertvoll!<br />
Nix da. Wir liefen uns &#252;ber den Weg, am Kaiser-Jakob-Platz, sahen uns erstaunt an, verstanden uns auf der Stelle, wurden gleich Freunde; ich bat fotografieren zu d&#252;rfen.<br />
„Bitte sehr!“<br />
Dann verabschiedeten wir uns freundlich und anderntags steht dann da ein Marktstand. Fertig.<br />
So einfach und erfreulich fl&#252;chtig kann die Kunstwelt sein.</p>
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		<title>Sasa Stanisic : What do you think? (1)</title>
		<link>http://randnotizen.steirischerherbst.at/2007/10/03/what-do-you-1-think-2/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Oct 2007 19:39:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sasa Stanisic</dc:creator>
				<category><![CDATA[Randnotizen 2007]]></category>

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		<description><![CDATA[ich: hi
eine studentin der university of iowa, schlabbertrainingshose mit gelbem &#8220;iowa&#8221;-schriftzug auf dem arsch: hi
ich: wie gehts.
eine studentin der university of iowa, schlabbertrainingshose mit gelbem &#8220;iowa&#8221;-schriftzug auf dem arsch: wie gehts. 
ich: gut.
eine studentin der university of iowa, schlabbertrainingshose mit gelbem &#8220;iowa&#8221;-schriftzug auf dem arsch: was hast du mit dem mikrofon vor?
ich: oh, ich mache [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>ich</strong>: hi</p>
<p><strong>eine studentin der university of iowa, schlabbertrainingshose mit gelbem &#8220;iowa&#8221;-schriftzug auf dem arsch</strong>: hi</p>
<p><strong>ich</strong>: wie gehts.</p>
<p><strong>eine studentin der university of iowa, schlabbertrainingshose mit gelbem &#8220;iowa&#8221;-schriftzug auf dem arsch</strong>: wie gehts. </p>
<p><strong>ich</strong>: gut.</p>
<p><strong>eine studentin der university of iowa, schlabbertrainingshose mit gelbem &#8220;iowa&#8221;-schriftzug auf dem arsch</strong>: was hast du mit dem mikrofon vor?</p>
<p><strong>ich</strong>: oh, ich mache ein interview, eine kleine sache, zu graz und zum steirischen herbst.</p>
<p><strong>eine studentin der university of iowa, schlabbertrainingshose mit gelbem &#8220;iowa&#8221;-schriftzug auf dem arsch</strong>: ist das sony?</p>
<p><strong>ich</strong>: äh &#8211; yea, tatsächlich, sony, yea.</p>
<p><strong>eine studentin der university of iowa, schlabbertrainingshose mit gelbem &#8220;iowa&#8221;-schriftzug auf dem arsch</strong>: ich glaub, ich hab auch so eins, darf ich &#8230;?</p>
<p><strong>ich</strong>: äh &#8211; klar.</p>
<p><strong>eine studentin der university of iowa, schlabbertrainingshose mit gelbem &#8220;iowa&#8221;-schriftzug auf dem arsch</strong>: das ist doch- ist das JE 520?</p>
<p><strong>ich</strong>: mhm, habs erst vor kurzem gekauft. gutes teil.</p>
<p><strong>eine studentin der university of iowa, schlabbertrainingshose mit gelbem &#8220;iowa&#8221;-schriftzug auf dem arsch</strong>: yea, total gut! meiner ist blau, &#8220;flow blue&#8221; eigentlich. das finde ich &#8230; so optimistisch, weißt du? als farbe.</p>
<p><strong>ich</strong>: es ist sowieso &#8211; ja, danke &#8211; es ist sowieso, ich finde es jedenfalls, richtig schön, wenn die farben noch so ein attribut haben. </p>
<p><strong>eine studentin der university of iowa, schlabbertrainingshose mit gelbem &#8220;iowa&#8221;-schriftzug auf dem arsch</strong>: ja! etwas völlig ungewöhnliches und verrücktes! wie, also, wie &#8220;ruby red&#8221; oder &#8220;royal blue&#8221;! musst du lieben, royal blue! (<em>lacht</em>)</p>
<p><strong>ich</strong>: definitiv! und in österreich sagen wir &#8220;postgelb&#8221;!</p>
<p><strong>eine studentin der university of iowa, schlabbertrainingshose mit gelbem &#8220;iowa&#8221;-schriftzug auf dem arsch</strong>: postgelb? wow, das ist faszinierend, wow.</p>
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		<title>Thomas Kapielski : Drei, vier Welten allein in Graz</title>
		<link>http://randnotizen.steirischerherbst.at/2007/10/03/drei-vier-welten-allein-in-graz/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Oct 2007 06:55:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Kapielski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Randnotizen 2007]]></category>

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		<description><![CDATA[Franz von Sales, der Siebenundsechziger (1567 – 1622) er&#246;ffnet seine Philothea solcherma&#223;en:
„Mein lieber Leser, ich bitte dich, lies dieses Vorwort zu deiner und meiner Befriedigung: Die Blumenbinderin Glykera verstand es so geschickt, ihre Blumen auf mannigfaltige Art zusammenzustellen, da&#223; der Maler Pausias, der die verschiedenen Str&#228;u&#223;e zu malen versuchte, nicht imstande war, ihre stets neue [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Franz von Sales, der Siebenundsechziger (1567 – 1622) er&#246;ffnet seine Philothea solcherma&#223;en:<br />
„Mein lieber Leser, ich bitte dich, lies dieses Vorwort zu deiner und meiner Befriedigung: Die Blumenbinderin Glykera verstand es so geschickt, ihre Blumen auf mannigfaltige Art zusammenzustellen, da&#223; der Maler Pausias, der die verschiedenen Str&#228;u&#223;e zu malen versuchte, nicht imstande war, ihre stets neue Farbenpracht so auf die Leinwand zu bringen, wie sie Glykera durch geschickte Anordnung der Blumen hervorzauberte.“<br />
Ist das nicht sch&#246;n angefangen?<br />
Und wenn ich, wie jeden fr&#252;hen Morgen in Graz, mich ins Franziskanerkloster setze, beherzige ich seine Worte:<br />
„Es ist wichtig, jeden Tag eine halbe Stunde auf Gott zu h&#246;ren. Es sei denn, du hast besonders viel zu tun. Dann ist eine Stunde notwendig.“<br />
Dann lege ich meinen Zeigefinger, wie zuzeiten unendliche Male zuvor und immer noch alle hier taten, in die Kerbe am Fenster des Kreuzganges und erweise verneigt dem Herrn und seiner Mutter die Ehre.</p>
<p><a href='http://randnotizen.steirischerherbst.at/wp-content/uploads/2007/10/betkerbe-kopie.JPG' title='betkerbe-kopie.JPG' rel="lightbox[458]" class="lBoxx"><img src='http://randnotizen.steirischerherbst.at/wp-content/uploads/2007/10/betkerbe-kopie.JPG' alt='betkerbe-kopie.JPG' /></a></p>
<p>Martin Kippenberger, der Dreiundf&#252;nfziger (1953 – 1997), ihm bleibt das letzte Jahrhundert, Jahrtausend, hat eine Ausstellung im Kunsthaus Graz. Ich weine ihm nach; er war der beste am Ende jener &#196;ra. Kaum, da&#223; wir einen Scheffel Salz miteinander a&#223;en, starb er davon, der Krebs fra&#223; ihn weg.</p>
<p>Alle Welt belobigt das Kunsthaus. W&#228;re es fleischfarben, s&#228;he es jeder: es schaut aus, wie eine grob gerupfte G&#228;nsebrust. Nat&#252;rlich nur von oben.<br />
Moderne Architektur verf&#252;gt von ganz oben. Unten krauchen wir Menschlein rum, schleichen umher und sehen die sch&#246;ne blaue G&#228;nsebrust nur in den Prospekten. </p>
<p><a href='http://randnotizen.steirischerherbst.at/wp-content/uploads/2007/10/kackeck-kopie.JPG' title='kackeck-kopie.JPG' rel="lightbox[458]" class="lBoxx"><img src='http://randnotizen.steirischerherbst.at/wp-content/uploads/2007/10/kackeck-kopie.JPG' alt='kackeck-kopie.JPG' /></a></p>
<p>Meine Lieblingsecke am Kunsthaus befindet sich Lendkai Ecke Kosaken: Hier kann sich der Herumschleicher und Kraucher, das arme Menschlein f&#252;r den Fall der &#220;belkeit bedeckt erbrechen, notfalls sogar auch gro&#223;?<br />
Ignoramus et ignorabimus, so der Achtzehner (1818 – 1896) Emil Heinrich Du Bois-Reymond, auch er ein Gro&#223;er, oder auf gut deutschhugenottisch: On ne sais pas!</p>
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