All cops are bastards

27. 6. 2012 // Josef Schützenhöfer // Kategorie Randnotizen 2012 // Trackback

Homeland Security
Mag. Dschingis Khan

Polizei und Sicherheit
BH Hartberg Rochusplatz 2
8230 Hartberg

In Oe. scheint es ueblich, dass die Unfehlbarkeit eines Polizeibeamten
taeglich medial gehuldigt wird, umso mehr bin ich ueberrascht, dass das Alltagsbild
der hoch gepriesenen Maenner in Uniform doch so sehr kontraer ausfaellt.
Immer wieder auffaellig ist bei den von mir beobachteten Interventionen der Polizei,
dass europaeische oder internationale Mindeststandarts waehrend einer hiesigen Amtshandlung nicht eingehalten werden, ja sogar dass, bei manchen Beamten eine gewisse Sturheit, Boeswilligkeit und ein Hang zur Aggression auszumachen ist.

Hier zur Illustration eine Amtshandlung zweier Landpolizisten:

Hartberg in der Oststeiermark, 20. Juli 05, das Fahrzeug meiner Kollegin Janice ruht in der Nachmittagshitze innerhalb der dafuer vorgesehenen Bodenmarkierungen, die rechte Fahrzeugtuer und die rechte Schiebetuer sind geoeffnet um in das Interior die begehrte Kuehlung zu bringen. Ich sitze im Kargoabteil und warte.

Nebenan, auf wohltuender Distanz bruetet, fest verschlossen und gepanzert, die Familienkutsche eines hollaendischen Katholiken. Ploetzlich zerbricht der Himmel, die
Temperatur hebt zwei Grad an und die rechte Vordertuer des VW Busses wird von fremder Hand zugeschlagen. Der motorisierte Katholik erscheint und verzieht sein Gesicht, kniet sich vor sein Auto und schreit laut um Gottes Beistand. Nebenbei beschuldigt er mich der Zerstoerung seines Automobils. Ueberrascht vom Leidenspathos des Hollaenders, offeriere ich in meiner Grosszuegigkeit den Notruf der oesterreichischen Polizei.

Der Hollaender waehlt, der Parkplatz erhellt sich, die Polizei tritt auf.
Zwei mit Polizei beschriftete Maenner treten in Aktion. Einer der beiden Herren, mit sympathischen Gesichtszuegen, sucht gleich den Schatten eines Baumes und die Gelassenheit in der Sprache auf. Der Andere beginnt seine Arbeit mit einer Uebung aus dem kleinen Buch des polizeilichen Machtanspruchs. Er stellt diesen in die Runde und wartet auf die Ehrfurchtsbezeugung der Untertanen. Der Knicker kommt, aber nur von katholischer Seite.

Meine Kollegin, Janice, US Buergerin, sieht in der Rolle des Polizeibeamten jene des Dienstleisters, oder besser die des public servants. Sie fragt wiederholt, was dieses polizeiliche Schauspiel nun zur Aufgabe hat, was die rechtlichen Bedingungen des Einsatzes sind, ob es neben der Polizeibeschriftung auch den Namen des Uniformierten auszuweisen gilt und ob es sinnvoll ist, auf einem in Oesterreich verfassten hollaendischen Unfall-Schadensbericht ihre Unterschrift zu setzen.

Der Beamte findet nicht zur Antwort, steigert aber seine Aggressivitaet und hat folgende rechtlich bedenkliche, wenn nicht strafbare Aussagen parat.
“Jetzt unterschreib…unterschreiben sie endlich,…koennen sie nicht lesen,…sans net in di Schul gangen,…¦wenns ihnen nicht passt, koennen sie ja in ihr Land zurueck gehen.”

Die Fragen wurden wiederholt von Janice vorgetragen und vom Beamten mit Nachdruck und auslaenderfeindlicher Colleratura abgewiesen.
Einem oesterreichischen Buerger mag diese Art von Polizeiauftritt normal erscheinen, fuer einen US-Buerger aber ist sie unzumutbar. Janice ist charakterlich eine non-chalante Amerikanerin mit Humor und ist vor allem nicht nachtragend. Sie hat den Zwischenfall trotz der Ernsthaftigkeit (Polizist macht sich zum Komplizen in einem versuchten Versicherungsbetrug) als einen Interpunktionsfehler eines Land-Polizisten abgetan.
Fuer mich aber stellt sich die Frage, was gedenkt das werte Amt zu tun, um diese grobe,
aggressive und dumme Art der Polizisten in Zukunft zu entschaerfen?

Ich warte gespannt auf eine Antwort. Es gruesst Josef S.

Mag. Dschingis Khan